So schnell passierts…

Das ist wohl der allererste traurige Eintrag und ich hoffe das bleibt er auch. In den letzten zwei Wochen haben sich drei sehr schlimme Unfälle ereignet. Beim ersten war mein Mentor, seine Frau und seine 1 1/2 Jahre junge Tochter beteiligt. Sie waren auf dem Weg zum Colegio, als auf einmal aus einer Firmenausfahrt ein Pickup geschossen kam, gefahren von einem vermutlich betrunkenen Mann. Mein Mentor hatte keine Chance auszuweichen oder Gas zu geben und wurde daher auf der rechten Seite erfasst. Das Ergebnis ist eine Beinamputation bei meinem Mentor, ein mehrfach gebrochenes Bein bei seiner Frau und der kleinen Tochter ist Gott sei Dank nichts weiter außer einer dicken Lippe und ein paar kleineren Schürfwunden passiert.

Der Bernhard ist jetzt schon wieder zu Hause, genauso wie seine Frau. Es geht beiden den Umständen entsprechend gut.

Letzte Woche am Sonntag sind zwei deutsche Mädels aus Deutschland bei einem Busunfall ums Leben gekommen. Die beiden Mädels waren auch Freiwillige hier in Santo Domingo und beide waren 19 Jahre alt (oder jung). Ich habe die beiden nicht gekannt, trotzdem war es schrecklich zu hören, dass die beiden ums Leben gekommen sind. Bei diesem Unfall sind neun weitere Menschen gestorben.

Gestern in der früh hat es dann den Rider getroffen, der ja auch hier auf dem Colegiogelände wohnt. Er war um 4 Uhr in der Früh besoffen mit dem Motorrad unterwegs und ist auf dem Heimweg mit einem Auto zusammengeknallt. Er liegt jetzt den letzten Meldungen zufolge in Quito in einem künstlichen Koma oder einem künstlichen Schlaf, da gehen die Meldungen ein bisschen auseinander. Er hat sein Becken komplett zerstört, mindestens jedoch mehrfach gebrochen. Ebenso ein Arm und ein Bein. Bei dem Bein besteht die Gefahr, dass es amputiert werden muss, da es sich infiziert hat. Ebenfalls ist der Dickdarm (ab)gerissen dadurch, und durch andere Verletzungen, hat er wohl sehr sehr viel Blut verloren. In dem anderen Auto waren meinen Informationen nach drei weitere Personen, die alle drei ebenfalls im Krankenhaus liegen, wie deren Gesundheitszustand ist, ist mir zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht bekannt. Wenn einer der drei jedoch stirbt sieht es für den Rider sehr schlecht aus, was seine Freiheit angeht, denn auf einen Unfall mit Todesopfer steht hier in Ecuador die lebenslange Freiheitsstrafe, also mindestens 25 Jahre, auf dem Zettel, nach einem Blick in ein hiesiges Gefängnis eine nicht wirklich schöne Vorstellung. Und da er zu dem Zeitpunkt besoffen war, wird hier kein Gericht Zweifel daran haben, dass er der Verursacher ist. Auch wenn keiner der dreien stirbt, ist es möglich, dass er für längere Zeit nicht mehr auf freiem Fuß sein wird. Es wird mit ca. 5 Jahren gerechnet. Als Mindestmaß an Strafe wird er jedoch sehr viel Geld zahlen müssen.

Insgesamt sieht die Situation für den Rider eher beschissen aus.

Aber es gibt natürlich wie immer auch schöne, tolle, lustige und frohe Sachen mitzuteilen.

Letzte Woche war nämlich Zwischenseminar in Baños. Da habe ich alle Freiwillige von der Erzdiözese (zumindest die, die noch übrig sind) getroffen, genauso wie andere Freiwillige von anderen Einsatzorganisationen getroffen. Die Woche mit ihnen war sehr interessant. Wir haben über verschiedene Themen gesprochen, wie zum Beispiel über den kommenden Abschied, sowie über die verschiedenen Erfahrungen der einzelnen Freiwilligen in ihren Projekten. Auch der Spaß kam nicht zu kurz, so waren wir in einem der berühmten Thermalbäder mit Vulkanwasser, von dem Vulkan, der zur Zeit recht aktiv ist. Leider habe ich es völlig verpasst davon ein Bild zu machen, das werde ich aber in zwei Wochen nachholen, da ich da nochmal nach Baños kommen werde.

Diese Woche werde ich einen Deutschkurs hier im Colegio geben, da bin ich schon gespannt drauf, wie das wird. Ich habe leider nur eine Woche und werde mal sehen, was ich den Leuten in dem Kurs alles beibringen kann von unserer schönen Sprache. Die Vorbereitung darauf hat mich auf Sachen gebracht, die ich selbst so nicht mehr gewusst hätte, meistens im Bereich der Grammatik, die ich allerdings nicht so weit ausdehnen werde, denn im Vordergrund steht für mich eher, dass die Teilnehmer wichtige Sachen, wie Begrüßung, Verabschiedung, Zahlen, etc. lernen.

Jo das war es mal wieder aus Santo Domingo de los Tsáchilas. Ich grüße alle sehr herzlich.

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