Extrablatt…Extrablatt…Extrablat… Johannes hat wieder was neues geschrieben

Jetzt gibt es also wieder mal was neues. Hier aus Ecuador…

Am Samstag bin ich wieder gekommen von einer langen aber sehr schönen Reise mit meinen Eltern. Die haben mich nämlich vom 06.03. bis 19.03 besucht. Mit ihnen war ich erst in Quito drei Tage um die Stadt ein bisschen anzusehen. Dort haben wir dann das “Centro Historico” angeschaut. Dann ging es auf nach Santo Domingo, wo meine Arbeitsstelle besichtigt wurde. Danach ging’s dann zu einer limpieza (Reinigung) beim Chef der hiesigen Tsáchilas, also der Indígenasgruppe von Santo Domingo. Dort wurden wir in Zellen einer Prozedur unterzogen, bei der man unter den Füßen einen Topf hat, in dem Wasser mit Blättern ist (was das genau für Blätter waren, weiß man nicht genau). In diese Töpfe wurden dann nach und nach glühende Steine gelegt, wodurch das Wasser natürlich angefangen hat zu kochen und dadurch der Dampf wie in einer Dampfsauna aufgestiegen ist. Das ganze hat man mit einer Decke über sich durchziehen müssen, was bedeutet hat, dass man geschwitzt hat wie, tja, in einer Dampfsauna. Als das dann nach drei Steinen vorbei war, durfte man sich erstmal ausruhen, bevor es dann weiter ging zur zweiten Prozedur. Bei dieser wurde man mit Kräutern abgerieben und irgendeine Flüssigkeit wurde auch noch über einen geschüttet. Nach dieser Flüssigkeit war mir so verdammt kalt, obwohl es draußen die hier typischen 24°C hatte. Es hat ungefähr so getan, wie wenn man sich im Schnee nackt wälzt.

Danach durfte man sich abduschen, was aber der Kälte auch nicht viel ausgemacht hat, die war danach immer noch da.

Diese ganze limpieza soll die guten Energien anregen und die bösen Energien vertreiben. Die Energie hat es tatsächlich angeregt….

 

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Pedernales und von dort nach Canoa, obwohl wir eigentlich nach San Vicente wollten, aber vorher schon ausgestiegen sind. In Canoa ist der Strand einfach nur klasse, fast so wie man ihn sich vorstellt, mit Palmen und weißer Sand (jedenfalls wenn man weiß wo man hingehen muss ;) ).

 

Am Tag drauf sind wir dann über San Vicente und Bahía nach Puerto Cayo gefahren. Da das Hostel, das wir uns im Reiseführer ausgesucht hatten, nicht offen hatte, wussten wir nicht wo wir hin sollten. Da wir jedoch einen sehr netten Taxifahrer hatten, der eine Familie kannte bei der man eine Cabaña mieten konnte, sind wir natürlich dahin gefahren. Dort haben wir dann zwei Tage verbracht. Am Strand hat sich der Johannes natürlich wieder seinen traditionellen Sonnenbrand geholt, diesmal an den Beinen (und nur dort :( , das hatte ich echt noch nie ;) ).

 

Am Sonntag sind wir dann über Guayaquil nach Ambato gefahren. Am Montag haben wir dort dann den Manuel (einen Mitfreiwilligen, die Grüße gehen raus) in seinem Projekt und bei ihm zu Hause (durch Zufall, weil der Kolpingsschuhshop direkt gegenüber seinem Haus ist und wir ihn dort auch rein zufällig getroffen haben) besucht.

Da wir natürlich nicht länger als einen Tag an einem Ort bleiben wollten ;) sind wir an diesem Tag auch weiter nach Baños gefahren.

 

Von dort sind wir am nächsten Tag auch direkt weiter nach Puyo gefahren, was schon im Amazonasgebiet liegt.

In Puyo haben wir gleich den Park “Omaere” angeschaut. Dieser Park wurde von vier Shuars gegründet, um die dortige Natur zu behalten und ein Pilotprojekt zu schaffen um den restlichen Regenwald zu erhalten. Wir wurden dabei von dem Mann einer Shuarin geführt, der aus den USA vor 18 Jahren nach Ecuador ausgewandert ist und dort mit der besagten Shuarfrau ein Kind hat.

Er hat uns sehr viel über die dort ansässigen Ureinwohner, die Shuars und die Wuaranis, erzählt. Auch hat er uns viele Pflanzen gezeigt, die heilende Kräfte haben, so gibt es zum Beispiel ein Kraut gegen Krebs, gegen Diabetes, gegen Übelkeit, Grippe, Husten, Schnupfen, Schlangenbisse, Hautprobleme, blutende Wunden, für eine Erleichterung der Geburt bei Frauen, etc. pp. . Wie man sieht gibt es für alles etwas. Wenn also jemand eine unheilbare Krankheit hat, dann kann er ja mal da hin fahren und schauen ob es eine Möglichkeit dort gibt. (laut dem Mann hat er mit Kräutern sogar schon verschiedene Krebsarten geheilt….).

 

Am nächsten Tag waren wir dann in einem Orchideenpark. Dort wurden uns verschiedene Orchideenarten gezeigt (die kleinsten (ein paar Millimeter) sind die schönsten). Auch dort wurden uns wieder viele Heil- und Nutzpflanzen gezeigt. Da es allerdings nach regenwaldtypischer Manier gegen Mittag angefangen hat zu schütten wie aus Eimern sind wir lieber wieder ins sehr schöne Hostel gefahren und haben den restlichen Tag gefaulenzt.

Am nächsten Tag war dann das absolute Highlight dieser Reise. Der Paseo de Monos…

Das ist ein Rescuepark (mir ist die deutsche Bezeichnung dafür entfallen) für Affen. In den man auch hingehen kann und dort die Affen besuchen. Dort kann man auch vom Affen gelaust werden. Und man kann einen Affen bekommen. Oder aber auch Angst vor den Affen haben, wie eine ganz bestimmte Person (auch hier gehen die Grüße raus). Ich hatte jedenfalls sehr viel Spaß dort, weil ich endlich wieder mal meine Geschwister getroffen habe ;) (jetzt net garstig werden, ge). Ein Resumée könnte folgendermaßen ausfallen: MEI WAREN DIE SÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜß!!! Man kann sich ja bei den Fotos ein Bild davon machen (ach ne hab ich ja schon gemacht… hahaha ein kleiner Scherz… für die dies nicht gemerkt haben). Ja und dann sind wir wieder nach Quito gefahren von wo aus die Eltern dann wieder nach Hause geflogen sind.

 

Ich selbst bin dann am Samstag wieder heimgekehrt.

 

Ja und heute hat dann wieder die Arbeit angefangen. Was heißt, dass ich noch nicht wieder Unterricht gebe, es wird aber jetzt alles dafür vorbereitet. Was auch weiterbereitet wird ist mein Haus. Für die dies wissen wollen: Ich hab jetzt einen Lichtschalter, morgen werden die Kabel fertig gemacht, das Wasser läuft, das Dach wird ab morgen nicht mehr lekschlagen (was mich tierisch aufregt, weil’s grad schüttet wie sonst was…), ich werde ab morgen draußen eine Lampe haben, das Waschbecken wird ausgetauscht, die Steckdosen werden abgesichert (dass nicht der kleine Johannes da reinpackt) und noch das ein oder andere weitere Ding gedreht.

 

Wie man sieht bleibt die Zeit hier nicht stehen.

 

Auch vom Rider gibt es mal wieder was neues. Ist eigentlich nichts neues, aber ich hab ja schon lange nichts mehr geschrieben.

Bei ihm wurde Scopolamin, oder Burundanga (auf Spanisch) gefunden, was eine Droge ist, die einem ohne Wissen verabreicht wird, zum Beispiel in ein Getränk gemixt oder in eine Zigarette reinpräpariert, und bei dem man irgendwie Matsche in der Birne wird und alles macht, was der Trottel, der es verabreicht hat, sagt. Heißt wohl dass der Rider nicht Motorrad gefahren ist. Was seiner Rechtslage sehr zu gute kommt.

Was seinen Gesundheitszustand betrifft ist leider noch nichts besser geworden. Er liegt weiterhin auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Quito, ist zwar wach, spricht allerdings irgendwelche komische Sachen, weil er völlig verwirrt ist. Wohl durch die Droge.

Ich selbst habe auch schon meine Adern angestrengt um für ihn Blut zu spenden (was sich jetzt absolut so anhört als ob ich damit angeben, was aber absolut nicht der Fall ist, ich will lediglich informieren…). Ja man kann nur hoffen, dass er wieder gesunde wird, denn irgendwie fehlt er schon im Colegio…..

 

So, das wars jetzt hier ich hab ja jetzt schon wieder ewig geschrieben… nenene… ich hoffe das hier liest überhaupt jemand ganz durch, würde ich auf jeden Fall empfehlen…

Grüße aus Santo Domingo

 

P.S.: Die Bilder sind sehr sehenswert. Ich werde demnächst auch neue reinstellen.

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6 Kommentare - “Extrablatt…Extrablatt…Extrablat… Johannes hat wieder was neues geschrieben”

  1. Ulli Sagt:

    Ich hab´s gelesen! Mich laust der Affe, meine Schwester lässt ´nen Affen auf ihr Schulter. Von der Sorte Bilder möchte ich mehr sehen. – Ihr hattet ja wohl eine schöne Zeit zusammen. Ich bin ganz neidisch, denn ich fand es auch ganz toll in Equador. – Das mit Rider finde ich traurig und schlimm. – Dir lieber Johannes noch eine gute und schöne Zeit und bleib gesund! LG von deinem Tantchen us Kölle

    • Brightie Sagt:

      Von wegen, ich lass ‘nen Affen auf meine Schulter!
      Die sind einfach ohne zu fragen auf uns drauf gesprungen und auf uns rumgeturnt, als wären wir der Urwald persönlich. Als ich die gesehen habe, dachte ich: ICH KRIEG GLEICH ‘NEN AFFEN und schon hatte ich einen, nein, mehrere! Das war ein richtiger AFFENZIRKUS, ein AFFENTHEATER!!! Und ne Boa Constrictor hatten die auch noch, im Gegensatz zu den Affen zum Glück hinter Gittern, aber man kann ja nie wissen … die reinste Rocky Horror Picture Show!
      Ne, die waren echt süß, die Affen, aber ganz schön wild und ich hatte ziemlich Schiß vor denen … wollte ja schließlich nicht VOM AFFEN GEBISSEN WERDEN …

      • johannes on tour in ecuadur Sagt:

        also ich kenn niemanden der von einem Affen gebissen wurde… nur jemanden der da absolute Angst vor diesen süßen süßen Geschöpfen hatte ;)

  2. Margareta Sagt:

    na so ganz angstfrei siehst du auf den bildern aber auch nicht aus brüderchen :P
    und dass du in den affen deine geschwister erkennst…na ja. lässt sich ganz leicht erklären!! wobei nicht alle deine artgenossen mit dir verwandt sind!! ;)

  3. El Ralpa Sagt:

    Jetzt verstehe ich das Ganze endlich! Du kommst also doch aus einer anderen Familie! Ich habs mir schon immer gedacht, dass du irgendwie anders bist… irgendwie … wie … wie … ein Affe! ;-)

  4. johannes on tour in ecuadur Sagt:

    nene ihr beide versteht das falsch… ich hab EUCH in den Affen wiedergefunden… deswegen hab ich ja geschrieben, dass ich mich nach sieben Monaten endlich wieder wie daheim gefühlt hab… dazu noch Papa und Mama und fertig ;) ;) :)


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